Sonntag, 26. Januar 2014

Im Alltagsstress können sich die meisten von uns viele Dinge vorstellen, mit denen sie sich gerade lieber beschäftigen würden, und Orte, an denen sie lieber wären. Und das einzige, was einen von diesem anderen Leben zu trennen scheint, sind all die Aufgaben, denen man sich nicht so leicht entziehen kann.
Doch warum fällt es vielen von uns dann so schwer, sich an diese Wünsche und Tagträume zu erinnern, wenn sich die Gelegenheit bietet, wenn alle Zwänge von uns abfallen. Denn nach den Anstrengungen, die wir manchmal nur deshalb so gut überstehen, weil uns die Aussicht auf "die Zeit danach" motiviert, fühlen wir uns oft einfach nur leer und müde. Plötzlich wissen wir nicht mehr, was so erstrebenswert war an der Idee, die Wohnung zu putzen, ein dreigängiges Menü für Freunde zu kochen oder eine große Radtour und ein Picknick am See zu machen. Stattdessen verbringen wir einen großen Teil unserer wertvollen freien Zeit auf dem Sofa, schauen fern, essen nebenbei, was eben gerade im Kühlschrank ist, und lassen uns gehen.
Was ist es, das uns dann davon abhält, unsere Ideen umzusetzen? Ist es Erschöpfung? Waren die Pläne nicht konkret genug? Oder besteht der Reiz vielleicht einfach wirklich nur in der Unerreichbarkeit des Zustandes, den man so sehr herbeisehnt, und löst sich in dem Moment auf, in dem uns alles möglich erscheint? Und bedeutet das dann, dass wir in unserem Leben immer wieder auf etwas hinarbeiten werden, das so wie wir es uns vorstellen, nie eintreten wird? Wird dieser Zustand der Erleichterung und Zufriedenheit immer nur in unseren Gedanken existieren oder zumindest sehr flüchtig sein? Oder haben wir vielleicht doch die Möglichkeit, Einfluss auf unser Erleben zu nehmen? Müssen wir akzeptieren, dass wir auch in unsere Freizeit Energie investieren müssen? Oder ist das Herumlungern auf dem Sofa, ohne Ziel und ganz selbstvergessen, vielleicht genau das, was wir manchmal brauchen und uns deshalb holen?
Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir schreibt, was ihr denkt!

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